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Ein Fleet im Haus PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Dirk   
Sunday, 11. March 2007

Architektur prägt unsere Umwelt.

Das Abendblatt berichtete in der Ausgabe am 10.3.07 über die Harbour-Hall - Architektur.

Von Holmer Stahncke

Die Messlatte lag hoch. Von den Architekten, die sich 2001 am Wettbewerb für die ersten Häuser der HafenCity am Sandtorkai beteiligten, wurde etwas Besonderes erwartet. Die ersten Gebäude sollten den Maßstab für die weitere architektonische Gestaltung des neuen Stadtteils am Wasser setzen. 

Zu den Wettbewerbssiegern gehörte das Hamburger Büro APB Architekten, das für ein gut 1000 Quadratmeter großes Grundstück das Wohn- und Geschäftshaus Harbour Hall entworfen hatte. Direkt an die Magellan-Terrassen grenzend, ist das Gebäude, das größtenteils für Wohnzwecke genutzt wird, ein Blickfang für Besucher: Aufwendig verankert, kragt es über die Promenade des Sandtorhafens bis hin an die Kante der Kaimauer im Freihafen.

Dank der verschiebbaren Sichtblenden aus Holz vor den umlaufenden Balkonen zeigt die Immobilie mit ihren 4900 m2 Bruttogeschossfläche jeden Tag ein anderes Gesicht. Sie hat koloniales Flair. Architekt Günter Wilkens selbst spricht von einem "immobilen Kreuzfahrtschiff", wenn er nach der Fassadengestaltung gefragt wird. Die Geländer der Balkone erinnern an Relings und ihre Böden bestehen aus Holzplanken.

Die Themen Hafen, Schifffahrt und Speicherstadt spielten wichtige Rollen bei der Gestaltung des Gebäudes. Der Ort zwischen Speicherstadt und Hafenbecken inspirierte die Architekten, das Thema Fleet in die Architektur des Gebäudes einzubringen. Sie konzipierten für den Investor, die DDS Unternehmen für Eigenheim- und Wohnungsbau, zwei Gebäudeteile, die durch eine gläserne Halle verbunden werden. Sie ermöglicht nicht nur eine Sichtbeziehung zwischen Speicherstadt und Sandtorhafen, sondern symbolisiert gleichzeitig ein ideelles Fleet, an dem die beiden Wohnhäuser wie Speicherblöcke stehen. Große beleuchtete Glassteine wirken wie Wellen.

Kuben kragen von den Wohnungen verschieden weit in die Halle hinein. Sie bieten den Bewohnern einen Blick in die Halle. Diese kann auch für gemeinsame Feste genutzt werden. Eine Besonderheit ist ihre Dachkonstruktion. Das leichte, begehbare "Luftkissendach" wird durch ein Gebläse stabilisiert.

Speicherstadt und Hafen haben auch bei der Auswahl der Materialien Pate gestanden. "Vorgabe des Wettbewerbs war es, die Materialität der Speicherstadt aufzunehmen und zu interpretieren", sagt Wilkens. "Wir haben speziell für dieses Haus einen eigenen Ziegel entwickeln lassen." Dieser Kohlebrand zeichnet sich durch eine besondere Krustigkeit aus. Dem Thema Hafen und Schifffahrt wurden die Architekten gerecht, indem sie in der Eingangshalle Metallplatten montieren ließen, die zuvor mit großem Aufwand veredelt wurden.

Bezüge zu Meer und Hafen bieten sich dem Besucher bereits, wenn er die Eingangshalle betritt. Nicht nur, dass man durch die Glasfassaden freien Blick auf die historische Speicherstadt und den Sandtorhafen hat, man erreicht die meisten Wohnungen auch über Brücken. Nur in einem Gebäudeteil gibt es ein Treppenhaus, die Wohnungen im anderen Teil werden allein über Stege erschlossen.

Die Wohnungen sind alle unterschiedlich groß und ermöglichen durch ihre Grundrisse einen Rundgang, was ihnen einen loftartigen Charakter verleiht. Einige sind als Maisonetten über zwei Etagen angelegt. Die Bewohner der beiden oberen Wohnungen können das Dach als Terrasse nutzen.

APB-Architekten haben mit der "Harbour Hall" ein Haus entworfen, das bewusst nicht provoziert. Wilkens: "Architektur sollte zu 80 Prozent aus vertrauten Elementen bestehen, zu 20 Prozent Neues wagen."

 

 

Letzte Aktualisierung ( Tuesday, 27. March 2007 )
 
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